"La Sicilia!" Die Dame in gelb ist für schnelle Eroberungen nicht zu haben ...


... und trotz ihrer wilden Zeiten hat ihre Schönheit keinen all zu großen Schaden erlitten. Ihre Lieblingsfarbe ist gelb. Das macht jünger! Im Frühling schmückt sie sich mit Mimosen, gelben Margeriten und wildem Fenchel. Im Frühsommer mit Ginster und Raps, im Sommer mit Weizen und im Winter gibt die braune Erde den Ton an.


Das schönste Kompliment, das man ihr je gemacht hat, stammt vom Frauenverehrer Johann Wolfgang von Goethe, der einst von ihr schwärmte: "Italien ohne Sizilien macht kein Bild in der Seele!"


Aber sie erwartet von ihren Anbetern auch einiges an Zeit, Verehrung, Kultur und vor allem verabscheut sie Fastfood und Doppeldeckerbusse.




Ich war schon sehr oft in Sizilien und als ich bei einer meiner Reisen ein kleines Buch über sizilianische Frauenschicksale entdeckte, habe ich es für meine Freundinnen übersetzt.


Der Autor Giacomo Pilati hatte die wahren Lebensgeschichten von fünfzehn Frauen zusammengetragen und sie in vier Kapitel eingeteilt. Feuer - Erde - Wasser und Luft stehen für Leidenschaft - Stolz - Einsamkeit und Freiheit.


Da ist Felicia Impastato, die Mutter eines Journalisten, der von der Mafia ermordet wurde und die nicht müde wurde dafür Gerechtigkeit einzufordern.

Oder die Geschichte der bekannten und kürzlich verstobenen Fotografin Letizia Battaglia aus Palermo.


Maria Saladino, die gegen alle Widerstände neun Häuser realisierte, um Kindern zu helfen, die Opfer von Gewalt wurden.


Rita Bartoli Costa, die Witwe eines erschossenen Staatsanwaltes und die Geschichte der Regisseurin Roberta Torre aus Mailand, die in Sizilien ihren Lebenssinn fand.


Maria Grammatica aus Erice ist weit über Italien hinaus berühmt für ihre Marzipanbäckereien. Ich habe sie persönlich kennengelernt und ihre kleinen Köstlichkeiten genossen.


Die Geschichte der Puppenspielerin Anna Cuticchio, die von ihrem Vater das Puppentheater erbte und als einzige Frau in diesem Metier gilt.


Persönlich habe ich auch Maria Guccionle kennengelernt, sie lebt auf der Insel Favignana, war Lehrerin und führte nach dem Tod ihres Vaters die Pension weiter und später ein Restaurant, was zu ihrer Zeit als unmöglich galt.


Roberta Lojacono ist Modestilistin und hat mich zu meinem Roman "Die Modestilistin und ihr Briefschreiber" inspiriert. Sie lebt in Palermo und versucht sich in der schwierigen Herausforderung ihren eigenen Modestil bekannt zu machen.


Rosa Martino war eine berühmte Sängerin, bis sie ihren Mann kennenlernte, der sie als hartnäckiger Verehrer mit Rosen überschüttete und ihr nach der Hochzeit das Singen verbot. Sie versteckte den Koffer mit all ihren Erfolgserinnerungen am Dachboden und holte ihn erst nach dem Tod ihres Mannes wieder hervor. Jetzt singt sie für ihre Enkelkinder und die sind stolz darauf eine Großmutter zu haben, die einmal sehr berühmt war.




Im Frühling ist für mich Sizilien am schönsten, da ist es noch nicht so heiß, die ganze Insel ist grün und die gelbe Blumenpracht vermittelt Gefühle von Glück und Freude. Ihr Anblick ist eine positive Botschaft.




Die sizilianische Barockstadt Noto


Als Gast unter Sizilianern zu speisen ist noch immer die effektivste Weise, den Lebensstil, die instinktive Fülle und den Stolz dieser Insel kennenzulernen. Denn Essen ist hier eine öffentliche Angelegenheit, ein Ereignis von Rang, ein Stück Lebenskultur, das in einem Land, in dem nicht immer alles zum besten funktioniert, unverrückbar feststeht. Wer in einer Trattoria speist, sich sozusagen öffentlich präsentiert, sollte es richtig tun, als wenn er zur Messe ginge.





Was für Einheimische gilt, sollte für Fremde doppelt gelten. Man ist doch nicht so weit gereist, um dann nur ganz wenig zu probieren! Sizilien ist ein Land der Freundschaften, der persönlichen Kontakte und Vertrauensverhältnisse. Also einfach auf der Straße nach jemanden Ausschau halten und fragen, wo man gut isst. Meistens wird man sogar dorthin begleitet und dem Wirt als Freund empfohlen. Auch sollte man nicht nach einer Speisekarte fragen und den Empfehlungen des Wirtes vertrauen. Ihr werdet es nicht bereuen! Eine Besonderheit in Italien, die man besonders in Sizilien erlebt.


Wie wäre es mit sizilianischen Vorspeisen für zu Hause? Wie ...


Zucchini capaccio


1 Zucchini der Länge nach mit dem Kartoffelschäler in feine Streifen schneiden und den Mittelteil mit den Kernen weggeben.


1 Tasse Olivenöl,

1 feingehackte Knoblauchzehe

den Saft einer 1/2 Zitrone, etwas Salz

Basilikum oder Petersilie frisch gehackt

Mit einer Gabel gut vermischen und über die Zucchinistreifen verteilen


Eine 1/2 Stunde im Kühlschrank ziehen lassen, mit Pfeffer aus der Mühle bestreuen und servieren. Es schmeckt herrlich erfrischend und ist nicht nur ein tolles "anti pasto", sondern auch eine gelungene Begleitung beim nächsten Grillfest!



Polpette di melanzane


1 Melanzane (Aubergine)

1 - 2 Toastscheiben

1 Ei

1 Knoblauchzehe gehackt, frisch geriebenen Parmesan, Muskatnuss, Petersilie, Pfeffer aus der Mühle


Melanzane vierteln und 10 Minuten in kochendes Wasser legen, dann im Sieb abtropfen lassen und ausdrücken. Die Toastscheiben und die abgekühlte Melanzane in Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Mit den Zutaten gut vermischen und im Kühlschrank ziehen lassen.

Kleine Bällchen formen, in Bröseln wälzen, in Sonnenblumenöl herausbacken und servieren.



Lorenzo lehnt sich zurück und schließt die Augen. Sein Vater war einer, wie viele Sizilianer damals, der nicht viel Vertrauen in die Jungen hatte. Er bevorzugte mit seinesgleichen zu verhandeln, denn weiße Haare waren in dieser Gegend nun mal das Symbol für Erfahrenheit und Tüchtigkeit. Als er es mit seinem selbstherrlichen Vater nicht mehr aushielt, verließ er Sizilien, ging nach Rom und mit der Zeit ist es ihm gelungen einen Blick von außen auf seine Heimat zu entwickeln. "Wir Sizilianer sind nun mal Dramatiker, wenn auch mit feinen, selbstironischen Momenten", gesteht er sich ein, "aber ein Drama, auch wenn es stark, irrational und unbezähmbare Emotionen erzeugt, ist etwas anderes als eine Tragödie." Für ihn ist diese Insel eine Signora, würdevoll, in mancher Art aristokratisch und er stellt sie sich mit dem Gesicht seiner Mutter vor.


📕 Auszug aus meinem Roman: "Die Modestilistin und ihr Briefschreiber"



Italien Besonderheiten




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Italien ist für mich viel mehr, als nur ein Land das ich liebe, dessen Sprache ich spreche und das zu meiner zweiten Heimat wurde. Italien ist die Bühne für meine Romane. 

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